Make-or-Buy-Entscheidungen systematisch gestalten
Wie lässt sich entscheiden, welche Wertschöpfungsschritte strategisch im Unternehmen verbleiben und welche extern vergeben werden sollten? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden der Global Production Community im Sommer 2026 bei GEA in Elsdorf. Im Mittelpunkt standen Make-or-Buy- und Source-Entscheidungen im globalen Produktionsnetzwerk. Betrachtet wurden strategische Relevanz, Reifegrad, verfügbare Fähigkeiten, Gesamtkosten und Risiken sowie mögliche Netzwerkvorteile.
Workshop der Global Production Community während des Treffens bei GEA in Elsdorf
Praxisbeiträge zeigten unterschiedliche Herangehensweisen an die Gestaltung der Leistungstiefe. Ergänzend wurden Make–or-Buy-Konzepte im Maschinen- und Anlagenbau als mögliche Dienstleistung betrachtet. Zunächst wurde zwischen Make–or-Buy und Source unterschieden: Make–or-Buy bestimmt, wer einen Wertschöpfungsschritt übernimmt, Source legt den Fertigungsort fest. Für eine strukturierte Bewertung wurden fünf Prüfkriterien herausgestellt: strategische Relevanz, Reifegrad, verfügbare Fähigkeiten, Gesamtkosten und Risiken sowie Netzwerkvorteile. Dafür wird der Wertstrom in einzelne Schritte zerlegt, werden Handlungsoptionen entwickelt und anschließend zu einem konsistenten Zielmodell verbunden. Fallbeispiele verdeutlichten, dass gleiche Baugruppen je nach Absatzmarkt, internen Kompetenzen, externen Kapazitäten und Versorgungsrisiken zu unterschiedlichen Fertigungsmodellen führen können. Eine Produktionsführung durch den neuen GEA-Standort ergänzte die Diskussion um Einblicke in konkrete Produktionsstrukturen und -abläufe.
Im gemeinsamen Workshop übertrugen die Teilnehmenden die vorgestellten Ansätze auf ihre eigenen Make–or-Buy-Entscheidungen. Zunächst ordneten sie die aktuelle und erwartete Entwicklung ihrer Fertigungstiefe ein und bewerteten die Reversibilität konkreter Entscheidungen. Anschließend wurden in einem World-Café strategische, wirtschaftliche und risikobezogene Entscheidungsdimensionen untersucht. Diskutiert wurden unter anderem Kernkompetenzen, Resilienz und Know-how, Investitions- und Folgekosten, Total Cost of Ownership sowie Lieferantenabhängigkeiten und Flexibilität. Ergänzt wurde der Austausch durch eine Fallbetrachtung zur Vollkostenrechnung und Risikoanalyse. Dabei wurde deutlich, dass ein reiner Stückpreisvergleich nicht ausreicht. Belastbare Entscheidungen benötigen Transparenz über die Kostenstrukturen entlang des gesamten Wertstroms sowie eine funktionsübergreifende Bewertung, in der unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden.
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Global Production Community
Ein erfolgreiches Standortnetzwerk beginnt mit Struktur. In der Global Production Community entwickeln Unternehmen gemeinsam mit uns Standortrollenkonzepte und strategische Leitplanken für globale Produktionsnetzwerke. Ziel: mehr Transparenz, besseres Alignment und standortübergreifendes Lernen. Für Netzwerke, die agil, robust und zukunftssicher sind.